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Tintenhain

Im Tintenhain gibt es Buchgeplauder und Rezensionen, meist im Bereich Fantasy, Jugendfantasy und Belletristik.

 

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Lauren Oliver: Requiem (3)

Cover (c) Carlsen Verlag

Inhalt:
Lena und Julian sind endlich zurück in der Wildnis. Hier sind sie vorerst in Sicherheit und alles könnte gut sein. Doch etwas zwischen den beiden hat sich verändert, und Lena spürt, dass sie eigentlich zu Alex gehört. Aber auch Alex ist nicht mehr der, den sie immer geliebt hat, und wirkt seltsam abweisend.
Hana dagegen, Lenas Freundin von früher, führt ein ruhiges und geordnetes Leben ohne Liebe mit dem für sie ausgewählten Partner.
Und während die Rebellen alles für den entscheidenden Angriff auf Portland vorbereiten, muss sich Lena ihrer Vergangenheit stellen.
(Klappentext © Carlsen Verlag)

 

Was für ein Glück, dass ich nach “Pandemonium” (Rezension) gleich weiterlesen konnte, denn Alex’ unvermitteltes Auftauchen hat nicht nur Lena aus der Bahn geworfen.
Der Moment, in dem er Lena das erste Mal seit Monaten wieder sieht, ist ausgerechnet der, in dem sie Julian verspricht, mit diesem zusammenzubleiben. Seine Lena, durch die sein Lebenswille in der qualvollen Zeit in den Grüften erhalten blieb, die der einzige Grund war, nicht aufzugeben – in den Armen eines anderen. Alex macht komplett dicht und lässt die völlig verstörte Lena nicht an sich heran. Doch die Gruppe der Widerstandskämpfer hat auch wichtigere Probleme. Der Widerstand in den Städten wächst und die Regierung geht nun nicht nur dort gegen die Invaliden vor, sondern beginnt sie in der Wildnis zu jagen. Bei Hana, Lenas ehemaliger Freundin, wurde inzwischen der Eingriff vorgenommen und sie steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Fred Hargrove, dem Sohn des Bürgermeisters. Manchmal blitzen bei ihr Erinnerungen an ihr früheres Leben auf und sie beginnt an Fred und seinen politischen Absichten zu zweifeln.

 

Die beiden Handlungsstränge um Lena und Hana, jeweils aus der Ich-Perspektive erzählt, betrachten den beginnenden Krieg von beiden Seiten und zeigen sehr deutlich, wie sehr sich beide Mädchen verändert haben. Der Kontrast von Anpassung und Rebellion könnte nicht besser aufgezeigt werden.

 

Zwar gibt es im abschließenden Teil kein ständiges Liebesgeflüster, dafür aber einige sehr berührende Szenen. Wieder einmal gelingt es Lauren Oliver, ans Herz zu rühren und Gefühle lebendig werden zu lassen. Aufmerksame Leser können verschiedene Facetten von Liebe entdecken. Besonders berührt haben mich dabei die Emotionen zwischen Mutter und Tochter.

 

Mit “Requiem” ist Lauren Oliver ein spannender, gefühlvoller Abschluss ihrer wunderbaren Trilogie gelungen, die meiner Meinung nach zu den besten ihres Genres gehört. Das Ende ist voller Symbolkraft und beinahe schon poetisch. Hier bleibt dem Leser noch Einiges an Spielraum für die eigenen Gedanken. Ich habe die letzten Seiten gleich mehrmals gelesen, um sie richtig wirken zu lassen.

 

Als kleinen Bonus gibt es zum Schluss noch eine Shortstory aus Alex’ Sicht, die mich sehr bewegt hat.

 

© Tintenelfe

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