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Tintenhain

Im Tintenhain gibt es Buchgeplauder und Rezensionen, meist im Bereich Fantasy, Jugendfantasy und Belletristik.

 

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Es beobachtet, es lacht, es lebt - und es lässt niemanden entkommen "Incarceron" (Rezension)

Die “Jahre des Zorns” sind vorüber.

Daraus hervorgegangen ist ein neues Zeitalter, das sich rückbesinnt und technischen Fortschritt ablehnt, gelenkt von einer Königin und einem strengen Protokoll, dem sich nur die gelehrten Sapients teilweise entziehen können. Sie sind es auch, die einst “Incarceron” geschaffen haben, das perfekte Gefängnis, eine unermesslich große eigene Welt, ein geschlossenes System und verborgen vom Rest der Welt. Verbrecher, Verräter und Diebesgesindel – sie alle haben hier ihr neues Zuhause gefunden, doch was als überwachtes Paradies gedacht war, hat sich über die letzten Jahrhunderte zu einer eigenständigen künstlichen Intelligenz entwickelt. Incarceron lebt, atmet, lacht und spielt mit seinen Insassen.

 

Der junge Finn, der davon überzeugt ist, von “Außerhalb” zu stammen und einst die Sterne gesehen zu haben, wird zum Talisman eines Sapients, der bessenen von den Legenden über Sapphique ist, dem Einzigen, der es jemals geschafft haben soll, Incarceron zu entfliehen. Mit Hilfe eines magischen Kristalls soll ihnen das Unmögliche gelingen, doch zunächst stellen sie damit nur den Kontakt zu Claudia her, der eigensinnigen Tochter des Hüters von Incarceron, die den Geheimnissen des Gefängnisses bereits auf der Spur ist.

 

Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht ganz leicht, was nicht zuletzt dem Umstand geschuldet ist, dass ich anfangs aus Zeitgründen kaum mal 5 Seiten am Stück lesen konnte. Der Leser befindet sich sofort mitten in der Handlung, die Welt mit ihren geschichtlichen Zusammenhängen erklärt sich erst im Laufe der Geschichte. Hilfreich sind dabei die kapiteleinleitenden Zitate aus Legenden, Schriftstücken und Liedern. Langatmige Erklärungen gibt es nicht und die Handlung versteht es, sofort zu fesseln.

 

Anfangs wechseln sich die beiden Erzählstränge um Finn bzw. Claudia noch kapitelweise ab, doch je mehr die beiden Hauptprotagonisten miteinander zu tun haben und sie sich in ihrem Bestreben nach “Außen” bzw. nach “Innen” zu gelangen einander annähern, desto schneller finden die Wechsel statt bis hin zur Überlappung. Catherine Fisher kommt mit wenigen handelnden Personen und Schauplätzen selbst innerhalb des riesigen Gefängnisses aus, es gelingt ihr dabei jedoch ein Gefühl für die beiden unterschiedlichen Welten zu entwickeln. Die wissenschaftlichen Errungenschaften und Technologien, wie “Hologramme” und “Scanner” erinnern manchmal an “Star Trek”, lassen dadurch aber wiederum ein lebendiges Bild entstehen.

 

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