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Die Verratenen

Die Verratenen - Ursula Poznanski “Die lange Nacht“ hat die Menschheit geteilt, die einen leben seitdem in Sphären geschützt vor Wetter und Kälte, die anderen sind den Naturgewalten unbarmherzig ausgeliefert und führen einen steten Überlebenskampf.

Ria, in vitro gezeugt und in einer Sphäre aufgewachsen, wird an einer Eliteuniversität ausgebildet und wie ihre Mitstudenten auf ihre Rolle in der Gesellschaft vorbereitet. Dabei wetteifern die jungen Leute in einem Ranking um die besten Positionen. Ria und ihr Partner Aureljo stehen hier weit oben und sehen ihren zukünftigen Aufgaben mit freudiger Erwartung entgegen, doch der Tod einer Freundin, die im Außendienst von Prims ermordet wurde, erschüttert ihre heile Welt.

Als wäre dies nicht schon genug, erfährt Ria zufällig, dass sie und fünf andere Studenten angeblich eine Verschwörung angezettelt hätten. Ria ist fassungslos, kann jedoch nicht verhindern, dass man sie und die anderen loswerden will. Die eben noch so erfolgversprechenden Hoffnungsträger der Sphäre werden nun zu Verfolgten und Gejagten und erfahren, wie das Leben der Prims außerhalb der Sphären wirklich ist – stets auf der Hut vor den unbarmherzigen Verfolgern.

„Die Verratenen“ ist der Auftakt zu einer Trilogie, die die Genre-Bezeichnung Dystopie und Thriller gleichermaßen verdient hat. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht Rias, einer jungen Frau, die sich besonders durch ihre Fähigkeiten in der zwischenmenschlichen Kommunikation auszeichnet. Die Einführung in die Welt Jahrzehnte nach einer unbekannten Katastrophe gelingt gut, ohne den Leser mit Informationen zu überschütten. Man findet sich schnell in dem System der Sphären zurecht. Interessant ist auch die Gegend außerhalb der Sphären, hier begegnet man Bekanntem, wie Windrädern, die wiederum den Protagonisten wiederum ein Rätsel sind. Der Umgang mit unserer Gegenwart als Vergangenheit ist auf jeden Fall gelungen. Erschreckend bleibt dabei für mich, wie sehr vorstellbar und glaubwürdig dieses Zukunftsszenario ist.

Die Charaktere sind sehr lebendig und authentisch, und doch ist man immer wieder hin- und hergerissen, wenn es um ihre Vertrauenswürdigkeit geht. Nicht zuletzt dadurch wird eine unheimlich Spannung aufgebaut, denn es bleibt bis zuletzt unklar, wer die Studenten zu „Verratenen“ gemacht hat.

„Die Verratenen“ ist ein absoluter Pageturner und ich konnte vor Spannung kaum nachdenken, wer hier wen verrät und wer sich wie verhält. Ich musste einfach weiter lesen und erwarte nun sehnsüchtig den nächsten Teil.

Ich freue mich, dass es Ursula Poznanski gelungen ist, ein Ende zu schaffen, dass einerseits Fragen beantwortet und auch das Wort „Ende“ verdient hat und andererseits ein Anfang geschaffen wurde, der mit Neugier, Spannung und großer Erwartung auf den nächsten Band blicken lässt.

(c) Tintenelfe
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